Montag, 6. April 2009

Die Woche beim 1.FC Union Berlin.

Am Mittwoch hieß der Gegner im Jahnsportpark Bundesligareserve von W. Bremen.
Und das verhieß schon im Voraus eine harte Nuss zu werden. Dieser 1. April bescherte uns nicht nur im Programmheft einen schwer verdaubaren Aprilscherz (Alte Anzeigetafel in der AF genüge den Bestimmungen der 2. Bundesliga, u. a. auf Grund der modernen Ausrichtung des Konzepts nicht mehr), sondern auch einen Gegner mit mächtig Aufwind. Denn noch im vorangegangenen Wochenende schlug die Mannschaft um Trainer Thomas Wolter Kickers Offenbach klar mit 3:1. Der Tabellenachtzehnte setzte also erste Duftmarken und war fünftbestes Team der Rückrunde. Da stand dem 1.FC Union also ein Brocken ins Haus, dessen Tabellensituation über die eigentliche Stärke hinwegtäuschte.
Für die beiden gesperrten Innenverteidiger Göhlert (Rot) und Stuff (Ampelkarte), rückten Menz und Schulz in die Startformation. Nach dem 4:1-Sieh in Aalen am 29. März, musste Uwe Neuhaus also die beste Innenverteidigung der Liga umstellen. Mit dabei war wieder Younga, der nach seiner Gelb-Sperre ins Geschehen eingriff. Auf der Bank Platz nehmen musste Karim, der schon in Aalen nur Ersatz war, dort aber nach seiner Einwechslung sein Tor-Konto auf 13. Saisontreffer aufstocken konnte. Und die Bremer zeigten in diesen ausgeglichenen 90 Minuten, warum sie so einen Lauf in der Rückrunde haben. Enorm Ballsicher präsentierten sich die Norddeutschen, die auch mit Bundesligaakteuren aufliefen. Einer davon war der österreichische EM-Teilnehmer Martin Harnik. Vor allem der Kapitän, Daniel Schulz, offenbarte während der gesamten Spielzeit im Ballwegschlagen deutlich Mängel und mutierte so ein wenig zum Unruheherd, wenn Werder mal die Mittellinie überquerte. Und das war im Vergleich zum Jena-Spiel verdammt oft der Fall. Zielstrebig spielte der Gast nach vorne und erarbeitete sich, wie auch Union, entsprechende Chancen. Nach dem Bremen sich in den ersten Minuten bemerkbar machte, gab es nach 15. Minute die Chance für Kenan Sahin die Führung zu erzielen, allerdings hatte Pellatz im Tor der Gäste aufgepasst. Danach war wieder Bremen am Zug, vor allem mit einem wunderbaren Freistoß nach einer halben Stunde. Leckeres Ding. 24 Meter Entfernung waren für den Schutzen kein Hindernis. Dann war Union nach einer tollen Kombination wieder dran, aber Dogan verzog völlig freistehend aus 16 Metern. Dann gab’s kurz vor der Pause einen Fall von Bemben im Werder-Sechzehner, der von Schössling (ja, genau der!) nicht als Foulspiel gewertet wurde. Dann ging es in die verdiente Pause. Chancen auf beiden Seiten sorgten für ein abwechslungsreiches Spiel. Direkt nach der Pause durfte sich Union dann mal aus einem Standart versuchen und auch dieser schien ein Strahl zu sein. Knappes Ding. Ich glaube, dass sich Bemben dafür verantwortlich zeichnete. Danach wurde Sahin wieder auf dir Reise geschickt, doch scheiterte einmal mehr am großartig agierenden Pellatz, der seinem Kollegen auf der anderen Seite in nichts nachstand. Zwischendurch sahen die 5.600 Zuschauer ein bisschen Leerlauf, aber jede Mannschaft konnte auf einmal gefährlich vors Tor des Gegners kommen. Dogan scheiterte man einem Versuch an einem Bremer Spieler und Harnik an Jan Glinker, als er im Sechzehner sträflich frei zum Schuss kam. In der Zwischenzeit wurden Konter, die meist über Sahin liefen unfair gestoppt. Zwei Mal ging das mit Gelb für einen Bremer Akteur glimpflich ab, in der 89. Minute hingegen gab es dann für Schmidt die Ampelkarte und er musste Duschen gehen. Für Union sprang leider nicht so viel heraus, außer die Erkenntnis, dass man auch mit einer umformierten Abwehr zu null spielen kann und einen (seit langem mal wieder) ebenbürtigen Gegner im Zaum halten konnte. Es war also ein 0:0 der besseren Sorte, was man an diesem Mittwochabend zu sehen bekam. Die Punkteteilung entsprach auch dem Leistungsvermögen an diesem angenehmen Frühlingsabend. Nur das Eckenverhältnis von 1:7 aus Unionsicht gab zu denken. Das muss besser werden. Herausheben möchte ich keinen Spieler – es war ein erkämpfter Punkt. Und sind wir mal ganz ehrlich: Es werden noch ganz andere Mannschaften Probleme mit Werder Bremen II bekommen. Gut, dass dieser Kelch also nun an uns vorbeigegangen ist.

Nachtrag: Das Spiel in Paderborn ging ebenfalls 0:0 aus und damit bleibt Union das 16. Spiel in Folge ungeschlagen und hat weiterhin 9 Punkte (3 Spiele also umgerechnet) Vorsprung auf den SC Paderborn. Zuschauer: ca.12.600

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