Sonntag, 14. Dezember 2008

1.FC Union Berlin vs. BSV Kickers Emden 2:0 (1:0)

Wieder mal begrüßte man zu einem tabellarisch gesehen Topspiel eine ebenfalls Top-Mannschaft, dieses Mal die Kickers aus dem hohen Norden aus Emden.
Die Mannschaft von Trainer Stefan Emmerling ist für ihre geballte Defensive bekannt und stellt darüber hinaus eine der stärksten Auswärtsbilanzen aller Teams in der 3. Liga. Nebenbei haben die Emdener neben ihrer bärenstarken Defensive auch eine weitere Stärke: 1:0-Siege. Genug Gründe also um auf der Hut vor den Gästen aus Ostfriesland zu sein.
Trainer Neuhaus stellte nicht großartig um, außer, dass Daniel Schulz in die Startelf rückte. Dogan musste wieder auf der Bank Platz nehmen, weil Mattuschka den Vorzug vom Trainer erhielt. Wenn man auf die Aufstellung blickte sah man im Übrigen die vertrauten Namen. Vorne mischten wieder Karim Benyamina und Nico Patschinski mit. Und als kleinen Leckerbissen gab’s den Kampf um den inoffiziellen Titel Herbstmeister mit dem SC Paderborn, der zur gleichen Zeit zu Hause die Stuttgarter Kickers empfing.

Aber springen wir ohne Umschweife in die erste Hälfte des vor 5.000 Zuschauern stattfindenden Spiels, welches vom RBB live übertragen wurde. Union begann vom Beginn weg konzentriert und zeigte ein ganz anderes Gesicht als das vor einer Woche in Erfurt. Mit jeder Faser des Körpers beim Spiel und natürlich wieder mit diversen tollen Standartsituationen gesegnet, die man sich aus der Überlegenheit heraus erarbeitete. Vor allem Mattuschka gefiel mir einmal mehr, wie er sich in diesen 45 Minuten präsentierte. Gewohnt robust und mit toller Übersicht. Auch die Zahl der Ecken für Union lag im überdurchschnittlich hohen Rahmen. Die Jungs spielten schnelle Passagen, die dazu führten, dass die Gäste sich nur mit dem notdürftigen Retten über die Torauslinie zu helfen wussten. Patschinski, Benyamina und wieder Patschinski besaßen beste Chancen, die locker hätten zur Führung führen können. So dauerte es eine halbe Stunde, bis Mattuschka (selbstverständlich nach einer Ecke) Benyamina zum 1:0 auflegen konnte. Hoch verdient diese Führung, die doch hätte höher ausfallen müssen. Aber ich will nicht klagen, denn die Jungs haben rein kämpferisch und spielerisch das Heft in der Hand gehabt und man fragte sich dann doch wo denn die Gäste sich befänden. Schöner Kopfball von Karim, toll getimter Eckeball, alles sauber, das 10. Saisontor für den Stürmer. Damit möchte ich es dann auch belassen. Eine bärenstarke, gute 1. Hälfte.

Die zweite Hälfte stellte sich dann erwartungsgemäß anders dar als die Erste.
Emden kam nun mit einer anderen Körpersprache auf den Platz und ich kann mir denken, dass Emmerling in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben wird, denn rein äußerlich war ihm anzusehen, dass er so gar nicht zufrieden war mit dem misslungenen Auftritt seiner Mannschaft. Emden machte Anstalten und schoss auch ein Abseitstor, so gleich nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit. Union war mit Kontern gefährlich, diese schloss Karim Benyamina zwei Mal ab, einmal davon wirklich brandgefährlich. Gebhardt steckte den Ball zwischen zwei Abwehrspielern hindurch und Benyamina lief in die Rollbahn des Balls und brachte so guten Druck hinter das Leder. Knapp über die Latte setzte er das Rund. Das spielerische Übergewicht lag nun aber bei den Kickers, die sich bemühten den Ausgleich zu erzielen. Da gab es z. B. einen gefährlichen Freistoß, zentral, ca. 16 oder 17 Meter vorm Tor von Jan Glinker, an den ich mir erinnern kann. Aber die Spieler in Blau benötigten viel Zeit zur Ausführung und so warfen sich gleich drei, vier Unioner in die Schussbahn des Balls. Sowieso stimmte der Einsatz bei allen, selbst beim sonst als nicht sonderlich laufintensiv bekannten Patschinski, schien der Einsatzwille vorhanden. In der 79. Minute nahm Neuhaus Benyamina vom Feld und brachte für ihn Dogan. Dieser Mann war mitverantwortlich dafür, dass die Entscheidung fallen konnte. Denn mitten in die Angriffsbemühungen der Gäste hinein setzte Dogan toll nach, nahm seinem Gegenspieler den Ball ab und dann ging es ganz schnell. Sofort war der Ball bei Gebhardt und die anderen schwärmten aus. Gebhardt flankte den Ball noch mal auf die rechte Seite zu Dogan, der sofort auf den durchlaufenden Schulz weiterleitete und der umspielte Torwarte Masuch und ließ einen Abwehrmann ins Leere laufen, der noch stören wollte. Alles in allem ein Musterkonter, der endlich mal von Anfang bis Ende konsequent durchgezogen wurde und der zeigte, wieso Union als Tabellenzweiter mit 39 Punkten die Hinrunde abschließt.

Summa summarum eine absolut positive Hinrunde, eine der besten der letzten Jahre insgesamt, mal unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Selbst vor einem Jahr stand man nicht besser da. Im Sommer wurde nur punktuell verstärkt, was ebenfalls jetzt seine Früchte trägt. Und die Mannschaft zeigt inzwischen mit allem Nachdruck, dass das ausgegebene Ziel „Aufstieg“ sie nicht lähmt, wie es nach dem Unterhachingspiel befürchtet wurde. Die Jungs haben den richtigen Weg bestritten und bringen vor allem auch das Rüstzeug mit, um im Frühling und Frühsommer dann in den Kampf um den Aufstieg eingreifen zu können. Eines der wichtigsten Werkzeuge wird dabei der Standart sein, welcher sich zur gefährlichsten Waffe der Unioner entpuppt hat.

Heute wurde publik, dass Marco Vorbeck zum Test bei Union vorspielen wird – kleiner Nachtrag also.

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