Mittwoch, 10. Dezember 2008

FC Rot Weiß Erfurt vs. 1.FC Union Berlin 1:1 (1:0)


Um 8 Uhr in der Früh setzte sich die kleine Reisegruppe in Bewegung.
Ab in den Passat und vorher noch die Kleinigkeiten mitgenommen, die man so benötigt bei so einem Auswärtsspiel. Es ging ab auf die A 9 Richtung München und wir kamen klasse durch. Kurz vor Leipzig (oder danach) hielten wir dann so um 10.30 Uhr einmal an und trafen auch die ersten Unioner an. Man stärkte sich bei Kaffee und Schnittchen, um alsbald den Rasthof wieder zu verlassen, um in der Landeshauptstadt Thüringens selbst ganz in Ruhe zum Stadion zu schlendern. Übrigens, toller Kaffee, leider kann ich mich an den Namen dieser Kette nicht mehr erinnern. Aber absolut angenehmes Ambiente. Kurz darauf mussten wir dann doch runter, weil es mal wieder eine – na, schon rausbekommen – Baustelle gab. Eine halbe Stunde stand man im Stau, bevor es dann wieder mit normaler Reisegeschwindigkeit weiter ging. Morgens noch hatte man die Hoffnung, dass es vielleicht sogar ein paar Sonnenstrahlen geben würde, in Erfurt angekommen konnte man froh sein, dass der Regen praktisch mit Ankunft am Stadion aussetzte. Klasse immer wieder Themen während solche Autofahrten…..immer wieder gerne mitgenommen J Es ging um dies und das…

Am Steigerwaldstadion angekommen ging es dann gleich mit Schals durch die Heimfans, die sich aber alle samt manierlich verhielten. Das Aufgebot an Grünen (oder Blauen) erschlug mich ein bisschen, da ich es aus dem September 2007 so nicht in Erinnerung hatte. Zäune waren aufgestellt und man musste erstmal nachfragen, aber das alles stellte keine große Schikane dar. Wie gesagt, das Stadion kannten wir bereits aus dem Vorjahr und so machte man sich auf den Weg zur Kasse, um 20 € für zwei Karten hinzulegen. Holla, aber denselben Preis zahlt man ja auch bei unserem 1.FC Union – van daher. Der Boden war leicht, wodurch einige, die sich mit bestem weißem Schuhwerk für diesen wunderbaren Dezembernachmittag ausgestattet hatten, Trauer trugen. Denn abseits des Asphaltweges empfing einen der Schlamm. Wir waren als 2 Stunden vor Anpfiff da. Verdammt gutes Timing. Und Zeit genug, um festzustellen, dass es wieder dieses schreckliche Warsteiner alkoholfrei im Angebot gab, sowie Glühwein ohne Wein. Das sorgte dann doch für den einen oder anderen Lacher. Winne checkte sein HTC noch mal und man hielt ein wenig Smalltalk. Da wusste noch niemand, was uns erwartete in der ersten Halbzeit.

Kaum waren beide Gästeblocke gefüllt und hatte Dr. Helmut Fleischer das Spiel eröffnet hatte Erfurt so was von Dampf auf dem Kessel, dass sie sich sofort beste Chancen rausspielten. Nicht mal rausarbeiteten, nee klasse rausgespielt. In der 12. Minute dann folgerichtig die Führung. Toller Kopfball, tolle Flanke, aber warum soooooo frei im 16ner? Naja, wie auch immer. Die Abwehr war nicht im Bilde und ein weltklasse Jan Glinker, sowie das Aluminium und viel Glück verhinderten mehr Thüringer Tore. Junge, junge, hatten die Gastgeber einen Lauf. Jedenfalls schwächten sie sich vor der Pause selbst: Peßolat, der schon wegen Meckerns die Gelbe gesehen hatte, beschwerte sich in Minute 42 bei Herrn Fleisch noch mal lauthals und sah die Ampelkarte. Erstmal hieß es dann Durchschnaufen.
Das Wichtigste war, dass der Rücksand erträglich war und die Hinausstellung sicherlich hilfreich sein würde. Das Erfurter Publikum hatte es dann zur Pause auch auf den Referee abgesehen. Dass sie nicht Applaus spenden würden war ja so oder so klar.

Ums vorweg zu nehmen: Union nutzte die Überzahl in der zweiten Hälfte und machte Dampf. Mit Ausnahme von kleinen Störfeuern der Erfurter spielte nur noch Union und bis zum Strafraum sah das auch alles ganz gut aus, aber die Gastgeber waren schrecklich gut organisiert, so dass ein Durchkommen nur schwer möglich war. Oft rannte man sich fest und musste einen neuen Anlauf nehmen. Bemben wurde auch als bald ausgewechselt, vermutlich wegen seinen Alleingängen, die selten von Erfolg gekrönt waren. Für ihn kam Menz, der ja in den Oktober und Novemberwochen für Aufstehen sorgte, da er seine Aufgabe doch ganz ordentlich erfüllte. Auch Schulz musste alsbald Platz machen, sowie Karim, der irgendwie nicht zum Zuge kam an diesem Tag. Union rannte weiter an und versuchte alles den Riegel zu knacken, den die Erfurter aufgebaut hatten. Es zeichnete sich ab, dass da noch ein Tor fallen würde. Und in der 72. Minute schafften die Jungs endlich den Ausgleich und das Ganze nach einer leckeren Kombination. Patschinski schirmt den Ball klasse ab, um ihn auf den durchstartenden Gebhardt zu passen, dieser bedient den im 5 Meterraum bereitstehenden (und eine Minute zuvor eingewechselten) Dogan, der den Ball nur noch über die Linie drückte. Jetzt bäumte sich der Gastgeber noch ein wenig auf, man merkte allerdings dass sich das Grundkonzept der Thüringer jetzt deutlich auf ihre Angriffe auswirkte. Union hatte durch Stuff und Dogan sogar noch die Chance auf den Sieg. Auf Grund der gegensätzlichen Halbzeiten wäre ein Sieg allerdings für jede der beiden Mannschaften schmeichelhaft gewesen. In Hälfte eins spielte nur Erfurt und in der zweiten Hälfte versuchten sich die Berliner ausschließlich am knacken des Bollwerks. Sicher, man merkte den Erfurtern die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff an.

Das Ziel den Abstand nach oben zu verkürzen scheiterte, weil Union aus der Überzahl sofort Kapital schlug. 9.300 Zuschauer sahen den „Ost-Knaller“ im Steigerwaldstadion zu Erfurt. Ein merkwürdig unspektakuläres Spiel, welches aber wenigstens ohne Niederlage beendet wurde. Im Jahr 2007 endete es ja mit einem klaren Sieg für die Gastgeber, was diesmal Gott sei Dank vermieden wurde. Man machte sich nach Spielende auf nach Wernigerode, um im Hotel pünktlich anzukommen und dann noch zu speisen.

Die Fahrt führte durch vermutlich malerische Winterlandschaften, denn im Harz fiel ordentlich Neuschnee, schade nur, dass es um 17 Uhr schon so dunkel war, dass nichts mehr von der Pracht zu sehen war. Um 18 Uhr oder so kamen wir dann an, um uns nach dem wir die Sachen aufs Zimmer gebracht hatten, zu stärken. War bitter nötig, jedoch waren wir so platt, dass wir noch ein bisschen „Genial daneben“ schauten und uns beim Gespräch über den Tag ins Reich der Träume verabschiedeten.

Am nächsten Tag nutzten wir die Frühstücksgelegenheit so gegen 9.30 Uhr, um eine Stunde später das Zimmer zu räumen und auszuchecken und uns auf den Weg in die Altstadt und auf das schöne Schloss zu machen. Wie immer eine Augenweide und wir konnten auf dem Weihnachtsmarkt sogar noch ein bisschen was für die Familie zu Hause abstauben.
Diesmal war auch der Blick vom Schloss einfach atemberaubend, weil man nun auch die Bergkuppen sehen konnte. Beim letzten Besuch war es ja leider schon stockduster.

Auf dem Weg Richtung Berlin haben wir noch einen kleinen Schlenker über Halberstadt nach Magdeburg gemacht und uns kurz dieses Wasserkreuz angeschaut. Das liegt ca. 10 Kilometer außerhalb Magdeburgs – schätze ich jetzt mal so. Beeindruckendes Bauwerk, immer wieder muss ich dies feststellen. Nach dem wir dann das Werk noch mal abgelaufen waren schmissen wir uns ins Auto und düsten nach Berlin zurück, wo wir sagenhaft pünktlich um 17 Uhr eintrafen. Perfekte Zeitrechnung unsererseits. Gerne immer so!

Die letzte Auswärtsfahrt mit dem alten Passat im Übrigen. Danke, alter Junge! Man, wo wir mit ihm schon hin sind….und nicht nur zu Union. Dänemark, Falkensee, Fehmarn, Rügen….

So, auf das neue Jahr, in dem ich mir natürlich auch wieder eine Away-Fahrt mit Winne rauspicken werde….

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