Sonntag, 22. März 2009

1.FC Union Berlin vs. FC Carl Zeiss Jena 1:0 (0:0)

Der FC Carl Zeiss Jena war also zu Gast und benahm sich auch seiner Tabellenplatzierung entsprechend. Das möchte ich jetzt schon mal vorweg schicken. Denn an diesem sonnigen Tag Ende März gastierte der Tabellen sechzehnte im Jahnsportpark. Ich habe noch nie ein Duell zwischen Jena und Union verfolgen dürfen, insofern für mich eine Premiere. Das Rund dann auch mit 8.600 Zuschauern ordentlich gefüllt und der Rahmen war ein würdiger. Also zeitig um 12.30 Uhr vor Ort und endlich hieß es wieder Gegengerade – Stimmung aufsaugen! In der Kurve war es gegen Dresden sicher ganz nett, da es nicht ganz so propre voll war, wie auf der Gegengeraden, aber die ist immer noch der schönste Platz in diesem unschönen Stadion, welches Union aber sportlich auf den Lieb geschneidert ist. Bestes Fußballwetter an diesem Samstag und auch Union versprach durch die tolle Serie zuvor, zu Hause wieder etwas mehr das Punktekonto aufzufüllen. Die erste Überraschung war, dass Kenan Sahin auf der Bank Platz nehmen musste und Shergo Biran von Beginn an ran durfte. Ansonsten das gewohnte Bild auf dem Aufstellungsbogen – die Stammkräfte haben das volle Vertrauen.

Mit dem Anpfiff weg übernahm Union das Zepter und Jena tat nichts, wirklich nichts nach vorne. Hinten stand man sicher, und wenn man doch mal den Weg nach vorne antreten wollte, war man das Spielgerät aller spätestens bei erreichen der Mittellinie wieder los. Offensiv brachte der Gast nichts zu Stande und die Marschroute von deren Trainer René van Eck war klar: Hier einen Punkt mitnehmen und erstmal Torchancen verhindern. In der Defensive standen die Thüringer recht ordentlich, so, dass Union in der ersten Hälfte nur drei gefährliche Chancen rausspielen konnte. Bemben (ehr unfreiwillig), Benyamina (nach toller Vorarbeit als halbrechter Position, 10 Meter Torentfernung, sehr spitzer Winkel) und Biran (schöner Kopfball) scheiterten an Nulle. Der in der Szene mit Karim allerdings Glück hatte, dass dieser den Ball halbhoch spielt, und der so etwas leichter zu entschärfen war. Dazu kam eine Flut von Standards für Union, meist in Form von Ecken, die leider nichts einbrachten. Ärgerlich zu mal man so viele Chancen diese Saison mit Sicherheit von keinem Team mehr geboten bekommt.

Der zweite Durchgang wurde mit den ersten Ecken von Jena im gesamten Spiel eingeläutet. Das nach 46 Minuten. Doch es wurde so gleich heiß im Berliner Strafraum. Danach dann wieder viel Rot-Weiß und wenig Blau im Spiel. In der 60. Minute dann die dickste Chance im gesamten Spiel für Jena und im Endeffekt auch die einzige klare Möglichkeit. Der Jana-Spieler mit der Nr. 9 (Amirante) freundete sich der derweil mit dem Schiedsrichter Markus Pflaum an, nach dem er sich zum wiederholten Mal hatte fallen lassen, weil er kein Morgen gegen Bemben sah, gab es den wohlverdient gelben Karton. In der 63. Minute dann, die Möglichkeit für Union, nach dem Karims Schuss von Nulle nur abgeklatscht werden konnte, setzte Biran den sich bietenden Nachschuss leider neben den Pfosten. Jena zeichnete sich weiter durch destruktive Spielweise aus, wollte eigentlich im Match selbst ehr weniger teilnehmen, traute sich aber öfter als im ersten Durchgang über die Mittellinie. Auffällig war, das viele Ecken, die Mattuschka bzw. Gebhardt traten, an diesem Tag null Ertrag brachten. Am Ende waren es gefühlte 20 Ecken, von denen keine einzige brandgefährlich wurde, schade, denn mit dieser Allzweckwaffe hätte man durchaus Verwirrung stiften können, aber Jena stand hinten verdammt diszipliniert und ließ das gesamte Rot-Weiße Personal an diesem Tag verzweifeln. Doch, nach dem Karim gegen Sahin ausgewechselt wurde, war er der frische Mann, der in der 78. Minute den Elfmeter herausholte. Er ließ zwei Spieler aussteigen und der zweite der beiden ließ das Bein stehen, Sahin fällt, Referee Pflaum zeigt sofort auf den Punkt – Elfer! Und es trat Mattuschka an. Nichts gegen Tusche, aber da liefen bei mir sofort die Bilder von Ende Juli 2007 durch den Kopf, es war der Tag des ersten Punktspiels der Saison 2007 / 2008 zu Hause gegen Fortuna Düsseldorf, und es war die 86. Minute. 0:1-Rückstand und Melka ahnte damals die Ecke. Der Rest ist bekannt. Auch an diesem Tag antizipierte Gäste-Schlussmann Nulle gut, doch Tusche ist gereift und zimmerte den Ball mit Wucht unter die Latte. Geiles Tor und es plumpsten einem schon ein paar Steinchen vom nach knapp 80. Minute so strapazierten Herzen. Union dann durch Tusche fast noch mit dem 2:0, nach wunderschönem Konter. Aber kurz darauf setzte Markus Pflaum den Schlusspfiff an und Union fuhr die die nächsten Aufstiegspunkte ein. Und so knapp das Ergebnis auch erstmal aussieht, es war der hoch verdiente Lohn für eine Union-Elf die das gesamte Spiel im Griff hatte. Unterschlagen möchte ich nicht, dass sich der Elfmeter sich in der Nachbetrachtung als Freistoß herausstellte, denn das Foul fand nicht auf der 16-Meterlinie statt.

Durch die Niederlagen von Düsseldorf und Erfurt (0:2) und Emden zu Hause gegen das Schlusslicht Stuttgarter Kickers (0:1), hat sich der Vorsprung auf Rang der, respektive Rang vier auf 12 bzw. 14 Punkte vergrößert.
Unterdessen bleibt zu notieren, dass Younga nach einem klaren taktischen Foul seine 10 Gelbe in dieser Saison gesehen hat, holla, kein schlechter Wert, aber er gibt es durch seine Leistung 100 % zurück. Gefallen hat mir auch Karim wieder, der kämpferisch gut auftrat und zwei Mal Nulle mit ordentlichen Versuchen prüfte. Gewohnt sicher präsentierte sich derweil Daniel Göhlert, der wieder mal nichts anbrennen ließ.
Neuhaus lobte in der anschließenden PK noch mal ausdrücklich die Cool – und vor allem Cleverness der Mannschaft auf den richtigen Moment zu lauern und dann zu zuschlagen, wenn es gefragt ist. Danach trat er dann allerdings sogleich wieder auf die Bremse und warnte davor die Lorbeeren zum Ausruhen zu nutzten.
Kinder, so wird es was mit dem großen Traum und dieses Wort bemühe ich nicht aus Jux und Tollerei die letzten Wochen – nein, es umschreibt die Gefühlslage im Umfeld des Vereins ganz gut. Am 23. Mai 2004 spielte der 1.FC Union sein letztes 2.Liga-Spiel gegen Wacker Burghausen. Sorgt dafür, dass der 1.FC Union im Sommer 2009 wieder zweitklassig ist!
Ich drücke alle Daumen!

Sonntag, 15. März 2009

Eintracht Braunschweig vs. 1.FC Union Berlin 0:2 (0:0)

Kinder, die Serie wird unheimlich immer länger, nun war also auch die Eintracht dran. Die Löwen kämpften in der ersten Halbzeit aufopferungsvoll, scheiterten aber an ihren Nerven und an einem genialen Jan Glinker, der sich einmal mehr von seiner Schokoladenseite zeigte und als Krönung einen Freistoß aus 25 Metern von D. Dogan aus dem Winkel holte. Sah toll aus, im WDR, mittels dessen Berichts ich das Geschehene hier kurz wiedergebe. Erst in der 44. Minute tauchte Mattuschka urplötzlich alleine vor dem Tor auf und scheiterte an Nastase, der sich in den Schuss warf.

In der zweiten Halbzeit schlugen die Jungs dann wieder eiskalt zu Shergo Biran legte herrlich an einem Abwehrspieler vorbei in die freiwerdende Gasse und Yussuf Dogan spitzelte den Ball mit der Picke an Fezic vorbei ins Gehäuse der Braunschweiger. 1:0 und von diesem 1:0 schienen die Gastgeber, tja, geschockt. Union konnte sich vom Druck der Braunschweiger befreien und in der 87. Minute einen Konter setzten, nach dem Karim einen weite Flanke in den Strafraum schlug und Biran – diesmal als Vollstrecker, wie schon in der Vorwoche gegen Dresden – mit einem sehenswerten Flugkopfball zum 2:0 einnetzte. Und ein paar der 15.000 im weiten Rund des Stadions an der Hafenstraße feierten den Sieg des Tabellenführers, der die Konkurrenz weiter auf Distanz hält.

Uwe Neuhaus reklamierte den Untergrund im Stadion, den er leicht sarkastisch dann doch als „Rasen“ bezeichnete. Auch dem Spielfeld schrieb er zu, dass die Braunschweiger in Hälfte eins manche Flanke nicht zielgenau in den Sechzehner schlagen konnten.
Trotz aller Unwägbarkeiten: Der 1.FC Union, so halten wir fest, hat seinen Kurs strickt einprogrammiert, und dieser Kurs heißt 2. Bundesliga.
Und wie uns allen bewusst ist, steht am Mittwoch sogar noch ein Nachholspiel auf der Agenda, und zwar in Burghausen. Es wäre das 26. Punktspiel, welches ursprünglich im Februar hätte stattfinden sollen, wegen des bitterkalten Klimas aber verschoben werden musste. Sollte auch hier Zählbares rausspringen, dann ist wieder eine kleine Etappe auf der großen Tour 2008 / 2009 absolviert und das Traumziel ein Stückchen näher gerückt.
Auf geht’s!

Dienstag, 10. März 2009

1.FC Union Berlin vs. SG Dynamo Dresden 2:1 (1:1)

Schon die Nachrichten im Vorfeld versprachen einen Saisonrekord.
Zum 49. Mal traft unser geliebter 1.FC Union auf die Dresdner und dieser Gegner war zu DDR- und Nachwendezeiten stets der Angstgegner Nummer 1. Fast immer fuhr man mit einer Niederlage nach Hause oder musste vor eigenem Publikum die Segel streichen. Doch die letzten vier Aufeinandertreffen konnte der 1.FC Union alle samt gewinnen, und in der letzten Saison sogar beide Saisonspiele. Heute kam Dynamo als Außenseiter nach Berlin ins Ausweichquartier am Prenzlauer Berg. Union hat auf den Tabellenzweiten – also den ersten Verfolger – sechs Punkte gut und steht mit 49 Punkten deutlich an der Spitze in der ersten Drittligasaison. Die letzten Monate / Wochen mit ihren unzähligen Erfolgserlebnissen brachten es also mit sich, dass die Mannschaft nun ganz oben steht, und dem Ziel, dass im November 2008 auf der Mitgliederversammlung ausgegeben wurde, immer näher kommt. Hinzu kommt, dass Dresden eine verkorkste Hinrunde abgeliefert hat und mit 26 Punkten lediglich Rang 13. aufweisen kann. Der 1.FC Union, nur so zur Erinnerung, ist im Jahnsportpark immer noch ohne Niederlage. Und im vierten Punktspiel des Jahres 2009 sollte auch der vierte Sieg herausspringen, aber allen war klar, dass die Gäste natürlich mehr Qualität auf die Waage bringen, als es die Tabelle ausdrücken mag. Und doch gibt es in Dresden derzeit andere Probleme – Stichwort Stadion. Und wir haben als kleinen Spannungsbogen die Gelbsperre von Marco Gebhardt, der aussetzten musste. Uwe Neuhaus wählte die Offensive Lösung und brachte mit Sahin, Benyamina und zusätzlich Biran drei Stürmer von Anfang an. Wir haben leider zu spät für die Karten zugeschlagen und mussten uns in der Kurve niederlassen, was der guten Sicht aber keinen Abbruch tat, wie ich im Stadion überrascht feststellen musste, da wir sonst in jedem Spiel diese Saison auf der Gegengeraden standen. Die Ränge füllten sich so dann und bei Anpfiff war das Rund (mal abgesehen von den erforderlichen Pufferblöcken) gerappelt voll. Lecker!

Mit Ausnahme der genannten Änderung, schickte Neuhaus eine unveränderte Elf im Vergleich zu den Vorwochen aufs Feld. Und das Match begann mit einer Dynamo-Chancen durch Savran. Auch nach einer Viertelstunde war es wieder der Mann, der im letzten Sommer von TeBe gekommen war, der für Gefahr sorgen konnte. Das waren sie dann aber auch, die Chancen für die Gäste. Union zwar mit deutlich mehr vom Spiel, aber zu nächst ohne klar Tormöglichkeiten. Nach 13 Minuten scheiterte Benyamina an Keller mit einer netten Leistung. In der 23. Minute dann war es Biran, der aus 7 Meter fast das 1:0 markierte, nach dem Keller einen Ball nicht festhalten konnte, doch seinen Schuss köpfe Mike Wagefeld von der Linie, so, dass es Eckball gab. In der 43. Minute krönte Savran dann einen Angriff der Gäste via gut getimter Flanke, nach entsprechendem Lauf, auf den Torschützen Pavel Dobry, der nur noch einnickte. Aber, noch mal, hervorzuheben die sehenswerte Vorarbeit bzw. Laufarbeit von Savran. Ein merkwürdiges Spiel, denn irgendwie wäre diese Führung nicht dem Spielverlauf entsprechend gewesen, denn die Gastgeber hatten mehr vom Spiel, auch wenn ein Leistungsunterschied zwischen beiden Teams schwer auszumachen war. Doch in der 44. Minute trat Mattuschka einen Freistoß, der auf dem Kopf von Shergo Biran landete, und vom Innenpfosten den Weg ins Tor fand. Ausgleich – eine Minute vor der Pause. Hach, irgendwie war es gerecht, dieses 1:1, da Dresden in der ersten Hälfte – aus meiner Sicht – die inaktivere Mannschaft war und Union mehr probierte.

Jetzt müssen wir uns den zweiten 45 Minuten widmen.
Und diese waren von Harmlosigkeit geprägt. Union schien mit zunehmender Spieldauer die Kräfte zu verlieren bzw. dessen Verschleiß machte sich bemerkbar. Zwar testete man Axel Keller in zwei Szenen, aber weder Karim noch Parensen konnten den Dresdnern damit wirklich etwas anhaben, die ihrerseits wurden in der 70. Minute brandgefährlich, als der junge Sascha Pfeffer es einfach mal von halbrechts probierte und Jan Glinker zu einer Glanzparade zwang. Danach, viel Aufwand bei Union, aber leider nur wenig Ertrag. Der Boden war tief und der Gegner schien sich mit dem Unentschieden begnügen zu wollen. Immer wieder war zu registrieren, dass die Jungs sich viel vorgenommen hatten, die Umsetzung allerdings haperte etwas. Als Fan sich geistig schon auf dem Nachhause-Weg befand, schlug Kenan Sahin zu, und sorgte für das Highlight der zweiten Halbzeit. 82. Minuten war da schon gespielt, nach dem der Sachsen-Kapitän Wagefeld, einen Ball klären konnte; dieser aber direkt von Benyamina auf Sahin am 16 Meter Raum gepasst wurde. Und der Winterneuzugang lief noch zwei Schritte, legte sich dann den Ball vor und versenkte das Ding aus 16 Metern in der kurzen Ecke. Keine Chance für Keller und ein weitere Beleg dafür, wieso Union derzeit oben steht, und auch im 13. „Heimspiel“ der Saison ungeschlagen bleibt.

Nach dazu war es der vierte Sieg im vierten Punktspiel des Jahres 2009, denn es passierte danach nichts mehr, da der Schiedsrichter Gagelmann (Bremen) überpünktlich abpfiff. Allerdings gaben auch die Dresdner zu, dass sich wohl auch bei 1 oder zwei Minuten Nachspielzeit nicht mehr viel geändert hätte.
Auffallend war, dass die Gäste im zweiten Abschnitt in der Defensive bombensicher standen und praktisch fast nichts zuließen. Genau aus dem Grund waren sie die bisherige Rückrunde auch ungeschlagen. Nach dem der Trainer Ruud Kaiser nach in der Vorrunde verdächtig gewackelt hatte, zeigte Dresden zumindest am Sonntag einen klaren Trend. Die werden noch den ein oder anderen Erfolg einfahren in der Rückrunde.
Mike Wagefeld wünschte unserem geliebten FCU jedenfalls schon mal vorsorglich den Aufstieg. So denn. Die Variante mit Biran als dritter Stürmer ist – in Nachbetrachtung des Spiels – voll aufgegangen und der Trainer hat mal wieder das goldene Händchen bewiesen. Als Garnitur eine fette Kulisse, die leider – bekam ich es zu hören bzw. nicht zu hören – akustisch nicht zu vernehmen war. Und wenn man in der Kurve mal versuchte ein bisschen zu Supporten, dann erschlugen einen die verwunderten Blicke derer, die um einen herum die Plätze säumten. Naja, viele, die eben nur ein oder zwei Mal im Jahr Heimspiele des 1.FC Union besuchen, die „Modefans“. Denn an diesem Tag von nicht minder bekannt „Schönwetterfans“ zu sprechen wäre der blanke Hohn gewesen. Man, war das unbequem. Nieselt, dann wieder richtiger Guss, dann wieder nüscht…Aprilwetter extrem im März.
Soho, am Samstag, den 13. geht’s dann nach Braunschweig, dann wieder mit Gebbi. Und den Samstag darauf wird Jena empfangen. 4 Punkte aus den zwei Matches und es geht entspannt in die Endphase.

P.S.: Fünfter Punktspielsieg in Folge – die Bilanz wird bereinigt, Stück für Stück ;-)