Nicht mal eine Woche lag zwischen dem Auftritt des 1.FC Union im DFB-Pokal gegen Werder Bremen (1. Hauptrunde) und dem Auftaktspieltag in der 2. Bundesliga. Gegen Rot Weiß Oberhausen. Gegen Werder baute Uwe Neuhaus auf die Defensive.
Vor der Viererkette platzierte der Fußball-Lehrer mit Younga Mouhani und Dominic Peitz noch zwei defensive Mittelfeldspieler. Außerdem wurde Mattuschka auf die Tribüne verbannt. Gebracht hat es wenig: Eine 0.5-Niederlage gab es. Gegen Oberhausen baute Uwe Neuhaus dann wieder altbewährtes Personal aus der vergangenen Saison. Und es zahlte sich aus. Man gewann das Spiel mit 3:0 und mit Mosquera spielte nur einer von vier Neuzugängen in der Elf aus Köpenick mit. Dieser schoss den ersten Treffer selbst und breitete das dritte Tor höchst selbst vor. Neben dem Kolumbianer trugen sich Benyamina und Mattuschka in die Torschützenliste ein.
Schon in den ersten 45 Minuten hätte der 1.FC Union höher führen können. Nun gleichen diese Ergebnisse einer wahren Achterbahnfahrt. Uwe Neuhaus krempelte nicht nur die Taktik, sondern auch das Team um und machte aus diesen Änderungen sofort wieder Gold.
Schon hört man Stimmen, die den 1.FC Union auf Dauer auf dem Thron des Unterhauses der Bundesliga sehen. Jedoch gilt es, nun nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Für den Auftakt gestaltete sich das Spiel mehr als ordentlich, doch am Samstag, den 15. August wartet mit Fortuna Düsseldorf der nächste Brocken auf den Aufsteiger und Drittliga-Champion. Mitaufsteiger Düsseldorf gewann sein erstes Spiel gegen den SC Paderborn ebenfalls mit 3:0. Peitz, der schon gegen Werder eindrucksvoll untermauerte, dass er mehr Unsicherheitsfaktor als Kopfballungeheuer ist (und das mit 1,96 Meter), bekam gegen Oberhausen also die Quittung für die grässliche Vorstellung im DFB-Pokal. Die Wahrscheinlichkeit, dass er gegen Düsseldorf auf dem Platz stehen kann, ist nicht größer geworden. Aber ein Mosquera konnte sich gesondert auszeichnen und damit wird klar, weshalb man sich nach seinem Probeauftritt so sehr um eine Verpflichtung bemühte. Knapp 6.000 Zuschauer verfolgten also den anderen 1.FC Union. Über 5 Jahre ist es her, dass der 1.FC Union zuletzt in der 2. Bundesliga auflaufen durfte. Seit dem sind viele, viele Spiele ins Land gegangen. Dirk Zingler dürfte in diesem Auftritt einen großen Moment gedeutet haben – unabhängig vom Ergebnis.
Inwieweit der neu eingestellte Konditionstrainer nun Anteil an dem Erfolg hat, ist schwer einzuschätzen. Sicher ist, dass man im Vorfeld alles getan hat, um eine intakte Mannschaft und ein konkurrenzfähiges Konzept auf die Beine zu stellen.
Auch die Spieler scheinen die neuen Methoden anzunehmen und zu verinnerlichen. Neuhaus sprach von bis zu 10 Meisterschaftsspielen, die aus dauern könne, bis er die Stammformation herausgefunden habe. Insofern gibt das Spiel zwar einen Wink, aber noch lange keine endgültige Entscheidung, wer sich sicher wähnen darf. Mit Ausnahme von Jan Glinker und Benyamina, die bis jetzt unumstritten sind. Man kann es also als Zurückgreifen bezeichnen. Ein Patrick Kohlmann stand wieder in Startelf, in der er einen Michael Parensen ersetzte, der in der gesamten Rückrunde 2008 / 2009 gesetzt war.
Es bleibt also festzuhalten, dass die Entscheidung bzw. Konsequenzen aus dem Bremen-Spiel richtig waren. Die Mannschaft verließ Oberhausen mit verdienten Punkten im Gepäck und bekommt ihr Spitzenspiel am nächsten Samstag. Egal, wie es ausgehen wird, verdient haben sie es sich alle mal.
Auch wenn ein Mattuschka nun schon davon redet, dass es jede Mannschaft schwer haben wird, Union zu schlagen, so muss man den Verlauf der Hinrunde abwarten. Gesichert ist der psychologisch reibungslose Auftakt.
In Oberhausen indes sieht man den verkorksten Auftakt nicht als Beinbruch an. Schließ gibt’s von 33 Spiele, in denen man das wieder gerade rücken kann. Für Union heißt die Devise in den nächsten Tagen: Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit. Nur wenn man die Haftung nicht verliert und sich in Erinnerung ruft, dass man nicht in jedem Spiel gegen RW Oberhausen (noch dazu in dieser Verfassung) antritt, wird man der tief roten Abstiegszone fern bleiben.
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