„Nur Skifahren ist schöner“ – so oder so ähnlich hätte der Slogan auf die erste Punktspielpartie im Jahn-Sportpark des Jahres 2009 des 1.FC Union ausfallen können. Denn pünktlich mit Anbrechen des Mittags an diesem Sonntag im Februar des Jahres 2009, setzte auch Schneefall ein und rund um und im Stadion waren die Verantwortlichen auf viele Helfende Hände einer Reinigungsfirma und die der Stadionverwaltung angewiesen, damit dieser Kick überhaupt über die Bühne gebracht werden konnte. Noch am Freitag, den 13. (Obacht!), wurde in Folge einer Platzbegehung entschieden, dass am Sonntag, den 15., gespielt werden kann. Also, und Winne machten uns auf den Weg gen Prenzlauer Berg, um endlich mal wieder Union im Live-Spiel zu verfolgen, zu lange war das Spiel gegen die „Amateure“ des FC Bayern subjektiv betrachtet her. Frau Holle jedenfalls tauchte den Rasen in kuscheliges Weiß, wie auch die Umgebung. Der Platzwart hatte alle Hände voll zu tun und musste auf Geheiß des Schiedsrichters Ittrich die Linien mit roter Farbe nachziehen. Anders wären sie allerdings optisch auch nicht auszumachen gewesen. So genoss man seine Bratwurst und fieberte, bei dem einen oder anderen Gespräch, dem Anpfiff entgegen. Das Rund war mit über 7.000 Zuschauern ansprechend gefüllt. Kein Wunder, möchte man meinen – Union ist Tabellenführer seit dem letzten Wochenende. Doch auch das geht nicht unbedingt mit einem spürbaren Plus an Zuschauern einher – zumindest war das in der Vergangenheit zu beobachten. 43 Zähler waren nach 21 Spieltagen (eingerechnet der 3:0-Erfolg in Stuttgart gegen den VfB II) auf dem Habenkonto zu bestaunen. Und nach dem Der SC Paderborn nach der Niederlage gegen Unterhaching am vergangenen Spieltag nun auch vor heimischer Kulisse gegen die bas dahin seit 10 Spielen auf einen Sieg lechzenden Ensemble aus Sandhausen eine Niederlage kassierte (1:2), war nun der „Big-Point“ gegen die Kickers aus Offenbach in greifbare Nähe gerückt.
Neuhaus vertraute – das war zu erwarten – dem Personal, welches schon in Stuttgart für den Erfolg sorgte. Also Sahin wieder an der Seite von Karim und allerdings Patschinski wieder im Kader. Allerdings nahm Patsche vorerst auf der Bank Platz und sollte auch nicht zum Einsatz kommen. Union begann auf dem zugefrorenen Boden mit einem zarten Schneeüberzug druckvoller und rückte das kämpferische Element in den Vordergrund. Es wurde „Drecksarbeit“ verrichtet und keiner war sich zu schade für den anderen den einen oder anderen Meter selbst runter zu reißen. Auch der zweite Neuzugang, Michael Parensen, bildete da keine Ausnahme. Die Jungs setzten Offenbach in den ersten 45 Minuten unter enormen Druck. Was zu Standartsituationen führte. Doch das Spiel wurde geprägt von Ausrutschern und diversen Fehlpässen. Der Ball war bei den „grenzwertigen Verhältnissen“ schwer zu kontrollieren und es wurde mit langen Zuspielen operiert- auf beiden Seiten. In der 23. Minute war es dann ein indirekter Fehler des Gegners, welchen Benyamina eiskalt nutzte. Sein 12. Saisontreffer mittlerweile. Ein Pass auf Karim konnte nicht unterbunden werden, dadurch konnte Karim. Auch Mattuschka hatte nach einer Sahin-Chance die große Möglichkeit das 2:0 noch vor der Pause zu markieren. Er schoss jedoch den Verteidiger auf der Linie an. Man drängte die Gäste insgesamt gut in deren Hälfte und meisterte die Bedingungen insgesamt besser als der Gast, auch wenn der vor der Pause durch Suat Türker die gute Chance auf den Ausgleich besaß, der sein Ball noch durch Stuff gefährlich abgefälscht wurde. Doch das 1:0 war hoch verdient, doch hätte mit ein bisschen mehr Glück eine etwas komfortablere Führung raus springen können.
Wieder mal konnte ein Gast in dieser Saison bei Auswärtsspielen im Jahn-Sportpark in der zweiten Halbzeit eine spürbare Leistungssteigerung nachweisen. So auch die Offenbacher von Hans-Jürgen Boysen trainiert. Interessant für den Beobachter: Es ist die dritte Amtszeit für Boysen in Offenbach. Auch diese Statistik hat nicht jeder Trainer in seiner Vita zu stehen. Doch zurück zum sportlichen Teil des verschneiten Nachmittags. Trotz der annährend ausgeglichenen Spielanteile hatte Union die „Hochkaräter“ auf der eigenen Seite. Mattuschka hatte nach einem feinen langen Ball von Gebhardt das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte jedoch aus relativ spitzem Winkel an Ex-Unioner Wulnikowski im Tor der Gäste. Doch wieder musste man konstatieren, dass die Jungs das Spiel so verboten abgebrüht nach Hause brachten, wie es eben nur Spitzenteams können. Die gesamte zweite Hälfte beschäftigte man die Offenbacher und erzielte selbst das 2:0, was auch regulär war, jedoch fälschlicher Weise wegen Abseits aberkannt wurde. Biran hatte Sekunden nach seiner Hereinnahme (Sahin für ihn ausgewechselt) nach einer Ecke das 2:0 erzielt. Eine gute Chance hatten die Offenbacher noch, nach dem Göhlert einen Schuss abfälschte.
Alles in Allem ein unterhaltsames Spiel, welches von Fehlpässen und Ausrutschern geprägt war. Doch das war dem Umstand geschuldet, dass der Rasen eben einer Rutschbahn ähnelte. Auch für Schiedsrichter Ittrich keine leichte Aufgabe, dieses Spiel auf diesem Boden zu leiten. Und vor allem in bestimmten Situationen zu zwischen den Verhältnissen oder einem Foul geschuldeten Ausrutschern zu differenzieren.
Gegen Ende der Begegnung gab es noch mal Torchancen zu registrieren. Zinnow auf Seiten der Gäste schoss fast von der Grundlinie aus der Drehung auf die kurze Ecke. Glinker hielt sicher. Und auf der anderen Seite war es Younga, der erst einen Schuss antäuschte, um dann aus 16 Metern abzuziehen. Der Ball wurde abgefälscht und landete auf dem Tornetz. Es wäre die Krönung des wohl stärksten Spiels von Younga mit dem Union-Emblem auf der Brust gewesen.
Eigentlich war es ein Erfolg des Kollektivs und trotzdem möchte ich Younga hervorheben, der gefühlte 90 % der Zweikämpfe für sich entschied und für die Mannschaft sichtlich alles gab. Mir fällt spontan eine Szene ein, in der er einen Gäste-Spieler 20 Meter verfolgt und bissig dabei ist, bis er denn Ball sichern konnte. Er garnierte seine Leistung mit einer niedrigen Fehlpassquote. Younga, so darf es weitergehen, auch wenn ein Spiel, wie das am Sonntag nicht jeden Tag gelingen kann.
Mit dem Sieg wächst die Punktzahl auf 46 Punkte, für den 1.FC Union und der Vorsprung auf Paderborn, den zweiten Rang, steigt auf 4 Punkte an. Als nächstes wartet der Wuppertaler SV auf den Spitzenreiter, ob das Spiel allerdings stattfinden kann ist auf Grund der Witterung in großen Teilen der Bundesrepublik fraglich. Nach aktuellem Stand kann der Trainer aber wieder aus dem vollen Schöpfen, sieht man mal von D. Schulz, Patrick Kohlmann und Dustin Heun ab. Gut, Kinder, im Jahn-Sportpark bleibt der 1.FC Union in der Saison 2008 / 2009 weiterhin ohne Niederlage. Sicher keine schlechte Referenz und doch ist die Vorfreude auf die „neue“ Alte Försterei ungebrochen.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen