Samstag, 15. November 2008

Kontraste

In der Morgenpost sagte Uwe Neuhaus, dass nur eine Mannschaft, die einen Rückschlag, wie den bei Unterhaching verkraften könne, auch wirklich eine gute Mannschaft sei. Tja, nun sitze ich hier am Morgen nach dem 2:2-Unentschieden, mit welchem die Unioner am Ende gar nicht so schlecht bedient waren.

Bei nasskaltem Novemberwetter fanden sich 6.000 Zuschauer zum Freitagabendspiel, dem Eröffnungsspiel des 15. Spieltags, der 3 Liga ein. Gäste? Wurden nur so ca. 30 gesichtet. Von Anfang an deutete sich gestern Abend an, dass die Jungs nun eine schwere Last auf ihren Schultern trugen. Muss nichts heißen, aber man neutralisierte sich praktisch in der Anfangsphase. Da war so gar kein Zug und gar keine Idee im Spiel. Ein Versuch von Gebhardt auf Benyamina wurde vom Unparteiischen (der mir wieder gar nichts gesagt hat) abgepfiffen. 15 Minuten vor der Pause gab’s dann die Schlussoffensive, die ihren Titel verdient hatte. Man, das haben die Jungs auf einmal einen Gang höher geschaltet. Von den Gästen war urplötzlich nichts mehr zu sehen. Erst Gebhardt, der sich über rechts gut durchsetzt, dessen Flanke aber zu weit ist und von Bemben mindestens genauso schön wieder in den Strafraum gebracht und wird, und mit Benyamina den Abnehmer findet. Gurski könnte nur deswegen parieren, weil der Ball auf den Mann kam, aber trotzdem, was für ein Reflex auf der Linie. Aber lange hielten die Gäste nicht dagegen, denn nach einer Ecke war Younga da und markierte das 1:0. Hui, das war eine Endphase zum Zunge schnalzen. Es waren nur zwei der Chancen, von denen eine zum Tor führte. Ich könnte hier noch mehr aufzählen, aber leider blieb es bei dem einen Treffer und wenn eine Halbzeit 55 Minuten dauern würde – sie hätten noch das (vielleicht) Vorentscheidende 2:0 erzielt. So aber ging’s mit dem 1:0 in die Kabinen.

Nach der Pause erkannten wir die Unsrigen leider nicht wieder.
Was war nur passierte? Schlafmittelchen im Pausentee? Keine Lust mehr? Oder keine Kraft?
Jedenfalls wart die Union-Mannschaft nicht mehr gesehen. Es spielten nur noch die Gäste. Noch nicht mal reagieren konnten die Schützlinge von Uwe Neuhaus, nein, sie schauten zu, wie die Gäste kombinierten machen und taten. Ich kann mich z. B. an einen klasse Einsatz von Stuff erinnern, mit dem er gerade noch verhindern konnte, dass ein Gegentor fällt. Aber mit jeder Aktion schienen die Gäste sicherer zu werden und kamen dem Kasten von Jan Glinker gemächlich einen Schritt näher. Nach 25 Minuten der zweiten Halbzeit klingelte es dann auch verdienter maßen. Ich bin der Meinung, dass es Pinto, war der den Treffer erzielte, aber angegeben wird es Torschütze Öztürk. Man, wie der sich gegen seine Begleiter durchsetzte. 9 Minuten später dann die Führung und diese nicht unverdient. Die Mannschaft, die mehr investierte lag nun in Front und das ging auch in Ordnung. Zwischendurch hatte sogar Sreto Ristic ne’ Chance, aber die habe ich wohl verpasst – abgelenkt. In unserem Block (auf Höhe der Mittellinie) wären sich zwei Unioner fast an die Gurgel gegangen, nach dem die Gäste den Führungstreffer erzielten. Da einer der beiden sein Bier – vermutlich aus Unmut – über die vor ihm Stehenden verteilte. Und einer neben uns gab zu bedenken, dass „die Jungs zurückkommen werden.“ Zu schön, um wahr zu sein. Aber Nur 3 Minuten später erzielte Stuff das 2:2. Ein Schuss, wie damals im Heimspiel gegen die Hertha Amateure im Dezember 2006. Im Fallen vollendet er. Danach war Sandhausen nur noch gewillt das Unentschieden über die Zeit zu bringen. Es spielte jetzt wieder Union. Konnte sogar so was wie Druck entfachen. Aber die Standards waren in der Schlussoffensive nicht wirkungsvoll genug, um noch mal was zu reißen. Die Zufriedenheit über dieses Ergebnis schien sich bei den Akteuren in Rot und Weiß in Grenzen zu halten, aber wer der Meinung ist gegen Sandhausen das Fußballspielen für eine halbe Stunde komplett auszusetzen, der muss mit solchen Zählern zufrieden sein. So, das soll’s von dem Match gewesen sein. Und in Regensburg: Punkten!

P.S.: Nach dem Spiel waren wir mit Sandhausen-Fans noch in einer Bar kurz ein Bierchen (ich eine Apfelschorle. Man muss ja schließlich noch Autofahren) zischen. War eine sehr angenehme Atmosphäre, bei der der Abend dann auch gegen 22.30 Uhr ausklang. Danke nochmal.

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