Wenn ich an Düsseldorf denken, dann gleichzeitig an die wohl schwärzeste Saison in der Geschichte unseres geliebten 1.FC Union, an deren Ende der Abstieg in der Oberliga stand. Wieso das so ist – ich habe keine Ahnung. Auf jeden Fall handelt es sich dabei um einen ganz bitteren Abend im April 2005, an dessen Ende eine unglückliche 1:2-Niederlage stand. Innerhalb von 2 Minuten kassierte man zwei Tore. Zu diesem Zeitpunkt war man zwar theoretisch noch nicht abgestiegen, befand sich aber schon in einer aussichtslosen Situation, denn die Vereinsführung hatte da bereits über einen Monat das Ziel ausgegeben „Vorbereitung auf die Oberliga, d. h. mit Anstand die Saison zu Ende bringen“. Es war ein Spiel, welches die Unioner damals doch recht ordentlich führten, wie so oft aber nach Ultimo mit leeren Händen dastanden. Jedenfalls scheint das bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben, denn das 1:0 im Jahr 2007 (Rückrunde 06 / 07) und die 0.1-Niederlage im Juli 2008 finde ich praktisch nicht mehr in meinen Schubladen.
Aber aktuell ist ja alles anders und der 1.FC Union empfing im Spitzespiel der 3. Liga die Fortuna aus Düsseldorf. Zweiter gegen Dritter. Und das ist kein Schreibfehler – nein – die Jungs im Trainer Neuhaus sind derzeit richtig gut drauf und scheinbar nicht zu bremsen. Wie schön sich diese Zeilen schreiben, aber ich will nicht im Schwärmen versinken, sondern gleich zur Sache kommen. Nach dem unglaublichen Spiel gegen die Paderborner war es das zweite Heimspiel innerhalb einer Woche, welches allerdings diesmal von den 9.400 Zuschauern einen würdigen Rahmen verpasst bekam. Auch die 7.500 gegen den SC Paderborn ließen sich sehen, doch gegen die Rheinländer gab es sogar mal einen vollen Gästeblock zu bestaunen. Beste Voraussetzungen also am 13.Spieltag die Serie von Spielen, die man ungeschlagen blieb auf 12. auszubauen.
Und die Unioner hängten sich sogleich mächtig in die Partie.Denn gegen eine der besten Mannschaften der Liga musste man hochkonzentriert zu Werke gehen. Dass es dann so gut klappen sollte, damit rechneten wohl die wenigsten. Auch Christoph Menz, der sein drittes Spiel in Folge in der Startelf absolvierte, und auch heute über die vollen 90 Minuten ging, schlug sich toll. Nach einer halben Stunde erst ließen die Gastgeber etwas locker und auch die Düsseldorfer um ihren Top-Torjäger Lawareé durften mal mitspielen. Über die Chancen, die sich die Jungs herausspielten muss ich nicht groß referieren – sie waren hochkarätig. Die größte vergab Patsche als er aus der Drehung den Ball nicht im leeren Tor unterbringen konnte. Noch vor der Pause dann gab es eine Chance für die Düsseldorf zu notieren, die allerdings mit mehr Glück wohl gesessen hätte. Auch Christoph Menz durfte noch einmal den Atem angehalten haben, als er Jovanovic elfmeterwürdig im Strafraum legte, welcher aber aufgrund des theatralischen Falls vom Angreifer der Gäste nicht ausgesprochen wurde. Es hätte den Spielverlauf auch auf den Kopf gestellt, wären die Rheinländer mit einer Führung in die Kabine gegangen.
So aber wurde die zweite Hälfte mit einem 0:0 eingeläutet und bereits in der 53. Minute machten die Unioner nun aber ihren hoch verdienten Treffer. Daniel Göhlert köpfte Melka an und dieser war so überrascht davon, dass er den Ball ins Tor lies. Nichts desto trotz – verdient. In der Folge gab es dann noch Chancen das Ergebnis ein bisschen deutlicher zu gestalten. Karim Benyamina zum Beispiel scheiterte, als er ähnlich wie gegen Paderborn (beim Siegtreffer) auf die Reise geschickt wurde. Diesmal traf er den Ball aber so gar nicht und dieser flog bestimmt 2 Meter über den Kasten. Einen Kopfball gab’s für die Gäste zu vermerken, aber auch dieser war wieder brandgefährlich. Jovanovic war der Mann, der sich für diesen Kopfball verantwortlich zeichnete. Überhaupt war er der gefährlichste Düsseldorfer. In der 79. Minute sah dann Hergesell (F. Düsseldorf) die Ampelkarte, die Bemben vor 1 Woche an genau derselben Stelle gesehen hatte. Der fällige Freistoß aus ca. 20 Metern (sehr spitzer Winkel) wurde von Gebhardt wieder so genial getreten, dass Melka sein ganzes Können aufbieten musste, um diesen Ball noch über die Latte zu lenken. Die letzten 9 bzw. 13 Minuten gehörten dann aber den Gästen, die noch mal alles nach vorne warfen, was sie hatten. Der Ball lag dann tatsächlich im Netz von Glinker. Nach einem Freistoß. Allerdings wurde dieser Treffer zu Recht aberkannt, wie die Fernsehbilder belegten. Jedenfalls wurde es noch mal eng.
Aber die Jungs schaukelten diesen Sieg am Ende doch nach Hause und bleiben so auch im 12. Spiel hintereinander ohne Niederlage. Beeindruckende Serie. Und weiterhin „zu Hause“ im Jahn-Sportpark komplett ohne totalen Punktverlust. Eine Serie, die es zuletzt in ähnlichem Ausmaß wohl in der Aufstiegssaison 2000/2001 gab. So oder so hat Neuhaus im Moment gut lachen. Und der Nebeneffekt der Personalnot durch die Verletzung von Ruprecht ist, dass mit Christoph Menz ein starker Youngstar in die erste Mannschaft vorgerückt ist und innerhalb einer Woche 270 Minuten durchgespielt hat. Ach, es ist herrlich zu zusehen, wie sich diese Mannschaft entwickelt hat. Wie dieser personelle Umbruch im Sommer 2005 und auch teilweise 2006 endlich Früchte trägt. Und was für welche. Saftig und reif sind sie. Nun lasst uns die Tabelle genießen bevor es dann am Samstag in Unterhaching wieder um Punkte geht. Ihr packt das! EISERN!
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