Es war grau, es war sau ungemütlich und das hinterließ auch auf den Rängen Lücken.
Nur 7.000 Zuschauer taten sich das „Ost-Duell“ zwischen Union und Aue an. Gehofft hatte man vereinsintern ja mit 10.000 Zuschauern, aber das war auf Grund des Wetterbedingungen wohl schon nicht mehr zu erreichen. Nach dem der SC Paderborn am Freitagabend mal wieder gewonnen hat und damit (wenn ich richtig liege) den fünften Sieg in Folge eingefahren hat. 6 Punkte Vorsprung hatten die Dotchev-Mannen also auf Union und Düsseldorf, die das Verfolgerpärchen stellen.
Union hatte keine Veränderungen im Vergleich zum Spiel gegen Regensburg vorgenommen und sah sich von Anfang an furchtbar kompakten Gästen aus dem Erzgebirge gegenüber. Und es besserte sich auch nicht wirklich viel im Laufe der ersten 30 Minuten. Aue spielte und Union konnte oft nur reagieren. Vor allem dieser Spieler mit der Nummer 11 bei den Gästen – zweikampfstark und wusste seinen robusten Körper gut einzusetzen. Ich kürze es ab, um es erträglicher zu machen: Jegliche Versuche dem Auer Tor gefährlich zu werden scheiterten bis zur 33. Minute. Wieder mal war ging ein Standart einem Union Tor voraus. Der Ball, von Gebhardt getreten, landete auf einem Kopf eines Abwehrspielers, aber wurde nur an die Strafraumgrenze abgewehrt. Dort stand Younga Mouhani, der direkt abzog. Schöner Treffer im die lange Ecke und eben direkt genommen. Es hatte sich nicht unbedingt angedeutet, da Aue doch sehr diszipliniert agierte. Doch das Tor gab Union keine Sicherheit, sondern Aue noch mehr Lust auf Tore. Glinker musste sein Können aufbieten, aber bei der verkappten Direktabnahme von Agyemang hätte Jan keine Chance gehabt. Man, es war also mal wieder zum Haare raufen und als schon die Nachspielzeit der ersten Hälfte anbrach war am so halb auf dem Weg in die Pause, als Benyamina 30 Meter vor dem Tor hässlich niedergestreckt wird. Ich weiß nicht wer das war, aber was die Fairness anging nahmen es ein paar Kicker der Gäste sowieso nicht so genau. In der 28. Minute lag Younga offensichtlich verletzt am Boden und die Auer in Persona von Lukunku (#11), spielten den Ball nicht ins Aus. Nun waren den Gemüter leicht erhitzt und Ruprecht geigte dem Angreifer seine Meinung zu diesem gewöhnungsbedürftigen Verhalten. Und dann gab’s gelb für Ruprecht und für irgendeinen in lila gekleideten Spieler. Wie auch immer, also der Freistoß, ca. 30 Meter und Gebhardt war natürlich wieder mit dabei. Für mich war es spiel entscheidend, dass dieser Freistoß zum Tor führte. Mit der letzten Aktion des Spiels erzielte Union das Vorentscheidende 2:0. Der Ball sprang nach der Hereingabe durch Gebhardt im 16er hin und her, aber Stuff schaltete am schnellsten und zimmerte den Ball in die linke Ecke – Flachschuss. So halb im Fallen, wie auch schon gegen Sandhausen vor 2 Wochen. Viel hatte Aue investiert, aber nichts Zählbares dabei produziert.
Aus der Kabine kam Union wie die Feuerwehr. Meine Güte, Druck, Laufbereitschaft und Wille. Da hätte auch gut und gerne, wie auch schon Neuhaus in der PK zu Protokoll gab, das dritte Tor fallen können. Bis zur 55. Minute spielte Union mit Aue. Aber auch hier stellte sich bald wieder ein anderes Bild ein. Wobei man jetzt sagen muss, dass Union das cool runterspielte. Und wenn Patschinski wenigstens ein Anspiel auf Benyamina gescheit gespielt hätte…Mensch. Denn Konterchancen waren da, ohne Frage. Aue versuchte noch mal alles. Was auch nicht anders zu erwarten war, aber sehr viel kam dabei nicht herum.
Chancen gab es für Aue, aber auch die nicht Hülle und Fülle. Nur optisch hatte man den Eindruck, dass die Gäste den Tick aktiver waren. Unser Keeper wie immer in gewohnt sicherer Manier. Auch kurz vor Schluss, als er den Anschlusstreffer verhinderte. Ein Kopfball wurde noch über die Latte gelenkt – herrliche Aktion! Ansonsten kann man sich fast allen Gazetten anschließen und den Begriff „Arbeitssieg“ bemühen. Am Ende dann ein Sieg, wie ihn eben Spitzenteams einfahren. Zumindest mit den typischen Merkmalen.
Wie wichtig dieser Sieg für die Tabelle war sah man an den Ergebnissen aus Jena, wo Düsseldorf mit 0:1 unterlag, und Offenbach, dort gab es ein 0:0 zwischen dem Zweitligaabsteiger und dem Aufstiegsaspirant aus Thüringen. Union rückte durch den Erfolg auf den zweiten Rang vor und Kinder, ich habe für das Auswärtsspiel, welchem ich selbst beiwohnen werde, ein verdammt geiles bzw. gutes Gefühl. Die Mannschaft ist abgezockt und schießt in den optimalen Momenten die Tore. Und im Kasten steht ein Torhüter, der sein Handwerk perfekt beherrscht. Unglaublich wie sich Glinker seit seinem ersten Einsatz und dem Abstieg in der OL entwickelt hat. Seit Sommer 2005 ist er ja unumstrittener Stammkeeper im Tor.
So denn, drei Spiele sind noch zu gehen, also Punktspiele.
Erfurt, Emden und die Reserve der Bayern warten noch dieses Jahr – ein hartes Programm.
Auf in den Endspurt….
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